Nachts in Merseburg zu Hause
Wenn Merseburg leiser wird, sind Schlossgeist Boo, Rabe Corvus und Rabe Nigellus noch unterwegs. Merseburg ist ihr Zuhause. Sie kennen die Wege und Plätze, die Dächer und alten Mauern – und vermutlich auch ein paar Winkel, an denen andere längst vorbeigegangen wären.
Das Schloss und den Dom sowieso. Den Schlossgarten und den Schlossgartensalon, das Kloster, die Wasserkunst, das Zech’sche Palais und das Ständehaus. Die Neumarktkirche, das Rathaus – und sooo viele weitere Orte ihrer Stadt.
Wenn am Abend die letzten Schritte auf dem Pflaster verklingen, sich das Licht der Laternen in der Saale spiegelt und hinter immer mehr Fenstern Ruhe einkehrt, sieht ihre Stadt plötzlich ein kleines bisschen anders aus. Nicht fremd und nicht erfunden – nur stiller, wärmer und vielleicht ein wenig traumhafter.
Dann ziehen die drei weiter durch ihr Merseburg. Corvus und Nigellus nehmen noch einmal die Dächer in Augenschein, während Boo mit Laterne und Schlüsselbund seinen Weg nimmt. Und natürlich entgeht ihnen auch nicht, wo ihre Stadt noch ein bisschen schöner werden könnte.
Manchmal genügt ein Blick zwischen den dreien.
„Hier könnte man doch eigentlich …“
Aber das ist eine andere Geschichte.